Gesundheitsbroschüren

Informationen und Beratung

A-plus Apotheken bieten ihren Kunden nicht nur freundliche und kompetente Beratung:

Damit Sie die Möglichkeit haben, die erhaltenen Informationen zu Hause weiter zu vertiefen, können Sie hier als kostenlosen zusätzlichen Service produkt- und herstellerneutrale Informationstexte einsehen. Fast alle Krankheitsfelder, Risikofaktoren bzw. Präventionsbereiche werden durch eine Broschüre abgedeckt.

Fruktoseunverträglichkeit

Fruktoseunverträglichkeit – wenn Obstgenuss Bauchweh macht

Fruchtzuckerunverträglichkeit oder auch Fruktosemalabsorption bezeichnet Symptome, die durch die Zufuhr von Fruchtzucker (= Fruktose) hervorgerufen werden – Probleme mit der Fruchtzuckerverdauung betrifft drei von zehn Bundesbürgern. Ziel der Behandlung ist das Finden der individuell verträglichen Fruktosemenge. Wichtig ist, diese Unverträglichkeit gegenüber Fruktose von einer Reaktion auf eine Überladung mit Fruchtzucker abzugrenzen. Denn große Fruchtzuckermengen (mehr als 35 g pro Stunde) überfordern die Kapazität des Transportsystems für Fruchtzucker und machen Beschwerden. Mit dieser Broschüre erhalten Sie erste Informationen dazu, wie Sie mit Fruktoseunverträglichkeit beschwerdefrei leben können. Sie kann eine ärztliche Diagnostik sowie die individuelle ernährungstherapeutische Beratung nicht ersetzen.

Wie kommt es zur Unverträglichkeit
gegenüber Fruchtzucker?

Verantwortlich für die Fruchtzuckerunverträglichkeit ist die Fehlfunktion eines Transportsystems (GLUT-5), das im Dünndarm für die Aufnahme von Fruktose zuständig ist. Die Fehlfunktion des GLUT-5-Transporters kann genetisch
bedingt sein (primäre Fruktosemalabsorption). Sie kann auch sekundär als Folge einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut durch andere Erkrankungen auftreten, wie Zöliakie (gluteninduzierte Enteropathie) oder Morbus Crohn (chronisch entzündliche Darmerkrankung). Die sekundär bedingte Fruktoseunverträglichkeit verschwindet
mit der erfolgreichen Behandlung der Grunderkrankung. Eine differenzierte ärztliche Diagnose sollte daher der Behandlung vorausgehen.

Achtung:

Neben der beschriebenen intestinalen (darmbezogenen) Fruktoseintoleranz gibt es noch die sehr seltene (1 von 20.000)
hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI). Die HFI wird durch einen angeborenen Enzymdefekt ausgelöst. Fruktose und Sorbit
werden ohne Einschränkung resorbiert, können jedoch nicht weiter verstoffwechselt werden. In der Folge kommt es zu
schweren Organstörungen (Leber, Nieren, Darm) und Unterzuckerungen. Bei der HFI muss im Gegensatz zur Fruktosemalabsorption lebenslang eine streng fruktosearme Diät eingehalten werden, um Organschädigungen zu vermeiden.

Beschwerden durch
Fruchtzuckerunverträglichkeit

Aufgrund der Fehlfunktion des Fruktose-Transporters gelangt Fruchtzucker, der nicht oder nur teilweise resorbiert werden konnte, vom Dünndarm in den Dickdarm und wird von den dort natürlicherweise lebenden Bakterien zu verschiedenen Gasen (Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan) und organischen Säuren (kurzkettigen Fettsäuren) verstoffwechselt. Diese bakteriellen Stoffwechselprodukte sind für die Beschwerden bei Fruktosemalabsorption verantwortlich.

Folgende Magen-Darm-Beschwerden werden beobachtet:

  •  Appetitlosigkeit
  •  Blähungen
  •  Darmgeräusche – auf Distanz hörbar
  •  Durchfälle
  •  Übelkeit
  •  Unterbauchkrämpfe
  •  Schmerzen im Magen-Darm-Trakt – häufig einseitig
  •  Stuhldrang – plötzlich einsetzend
Kontrovers diskutiert wird, ob folgende unspezifische Beschwerden ein eigenständiges Beschwerdebild der
Fruktoseunverträglichkeit darstellen oder eine Folge wiederholter Magen-Darm-Beschwerden sein können:
  •  Müdigkeit/Erschöpfung
  •  Unruhe
  •  Konzentrationsstörungen
  •  Neigung zu depressiven Verstimmungen
  •  Reizbarkeit

Stärke der Symptome

In welchem Umfang Symptome der Fruktosemalabsorption auftreten, ist abhängig vom Ausmaß der Fehlfunktion des
GLUT-5-Transporters sowie zusätzlich von weiteren Einflussfaktoren auf das Transportsystem:

  • Fruchtzucker ist verträglicher, wenn zeitgleich Traubenzucker (Glukose) vorhanden ist. Glukose verbessert die Fruktoseaufnahme, denn sie wirkt wie ein „Huckepackträger“ und schleust den Fruchtzucker mit ein.
  • Sorbit, ein Zuckeralkohol, beeinträchtigt den GLUT-5-Transporter und verschlechtert zusätzlich den Fruktosetransport. Sorbit ist in kleinen Mengen von Natur aus in Früchten enthalten. Von der Lebensmittelindustrie wird Sorbit (E 420) besonders „zuckerfreien“ und „zuckerreduzierten“ Produkten zugesetzt. Lebensmittel, die je 100 g mehr als 10 g Sorbit und/oder andere Zuckeraustauschstoffe (Mannit/E 421, Isomalt/E 953, Maltit/E 965, Lactit/E 966 und Xylit/E 967) enthalten, müssen folgenden Warnhinweis tragen:  „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“

Atemtest auf Fruktosemalabsorption

Mit Hilfe eines Wasserstoff-Atemtests („H2-Atemtest“) kann eine Fruktosemalabsorption diagnostiziert werden. Dafür
wird zunächst der Wasserstoffgehalt der Atemluft mit einem speziellen Atemgerät bestimmt. Dann muss eine genau
definierte Menge einer Fruktoselösung getrunken werden, bevor über einen Zeitraum von ca. drei Stunden wiederholt
der Wasserstoffgehalt der Atemluft bestimmt wird. 

Finden Sie Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze für Fruktose

Es ist weder nötig noch ratsam, dass Sie dauerhaft auf Fruchtzucker verzichten. Im Gegenteil kann dies zu einer
Steigerung der Empfindlichkeit gegenüber Fruktose führen. Mit dem 3-Phasen-Programm finden Sie Schritt für Schritt
die für Sie optimale Fruktoseverträglichkeit. Es ist hilfreich, wenn Sie zur Unterstützung ein Ess-Trink-
Beschwerdeprotokoll schreiben. Notieren Sie mit Angabe der Uhrzeit Ihre aufgenommenen Speisen, Getränke und
verwendeten Gewürze sowie Stress und körperliche Belastungen als möglichen Verstärker von Beschwerden. Notieren
Sie ebenfalls mit Angabe der Uhrzeit, welche Symptome Sie beobachten.

Drei-Phasen-Programm

  1. Starten Sie mit einer Karenzphase über 10 bis 14 Tage. Diese Phase dient der Erholung des gereizten Darms. Verzichten Sie in dieser Zeit auf Früchte, Produkte aus Früchten und verarbeitete Lebensmittel mit zugesetztem Fruchtzucker. Verzichten Sie zudem komplett auf Zuckeralkohole, ganz besonders auf Sorbit.  Lesen Sie grundsätzlich die Zutatenlisten von Erfrischungsgetränken und süßen, verarbeiteten Lebensmitteln. Falls Ihr Darm sehr empfindlich reagiert, ist es oft hilfreich, wenn Sie während dieser ersten Phase auch auf schwer verdauliche und/oder blähende Gemüse (Kohl, Pilze, Zwiebeln), kohlensäurehaltige Getränke und grobe Vollkornprodukte verzichten. 
  2. Auf die Karenzphase folgt die umfangreiche Testphase. Finden Sie durch langsames Steigern der Fruktosezufuhr heraus, welche Menge an Fruchtzucker Sie beschwerdefrei vertragen können [vgl. nachstehende Tabelle]. 

EXTRA-TIPPS:

  • Früchte sind verträglicher, wenn ihr Glukoseanteil den Fruktoseanteil übersteigt [vgl. nachstehende Tabelle].
  • Wählen Sie für die Testphase gezielt Früchte mit günstigem Fruktose-Glukose-Verhältnis, zum Beispiel je nach Jahreszeitlichem Angebot Banane, Grapefruit, Honigmelone, Kiwi, Mandarine, Nektarine.
  • Überwiegt bei Früchten der Fruktoseanteil, kann die Verträglichkeit durch die Zugabe von Traubenzucker oder Milchzucker verbessert werden (mit Einsatz laktosefreier Milchprodukte bei paralleler Laktoseintoleranz).
  • Getreide- und Kartoffelstärke sind lange Ketten aus Traubenzuckermolekülen, die im Dünndarm sehr schnell enzymatisch zu Traubenzuckereinheiten abgebaut werden. Früchte als Dessert nach stärkehaltigen Mahlzeiten (Kartoffeln, Reis, Nudeln), Milchreis und Grießbrei mit Früchten oder Obstkuchen werden daher meist gut vertragen.
  • Eiweiß und Fette/Öle verlängern die Transitzeit und verbessern dadurch die Fruchtzuckerverträglichkeit. Testen Sie auch die individuelle (Wieder-)Verträglichkeit schwer verdaulicher und/oder blähender Gemüse, kohlensäurehaltiger Getränke und grober Vollkornprodukte.      

  3. Die Testphase geht in die Dauertherapie über. Hier geht es um die dauerhafte Anwendung der individuellen  Erfahrungen aus der Testphase, um dadurch eine langfristige Beschwerdefreiheit zu erhalten.

Freie Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker) in ausgewählten Früchten

Je höher der Glukosegehalt im Vergleich zum Fruktosegehalt, desto besser ist die Verträglichkeit. 

Fruchtsorte

(Sorbit pro angegebene Portion - soweit Daten bekannt)

Fruktose in g 

Glukose in g 

Verhältnis Fruktose : Glukose

Ananas 2,44  2,13 1 : 0,87
Apfel (0,51 g Sorbit) 5,74  2,03  1 : 0,35
Aprikose (0,82 g Sorbit)  0,87  1,73  1 : 1,99
Banane  3,40  3,55  1 : 1,04
Birne (2,17 g Sorbit)  6,73  1,67  1 : 1,67 
Brombeeren  3,11  2,96  1 : 0,95 
Clementine  1,69  1,53  1 : 0,90 
Erdbeeren (0,03 g Sorbit)  2,24  2,17  1 : 0,97 
Feige  5,51  6,99  1 : 1,27 
Granatapfel  7,90  7,20  1 : 0.91
Grapefruit 2,10  2,38  1 : 1,14
Guave  3,43  2,08  1 : 0,61 
Heidelbeeren (0,01 g Sorbit)  3,34  2,47  1 : 0.74 
Himbeere (0,01 g Sorbit)  2,05  1,79  1 : 0,87 
Holunderbeeren  3,12  3,16  1 : 1,01 
Honigmelone (Zuckermelone) 1,30  1,60  1 : 1,23 
Johannisbeeren, rot  2,49  2,01  1 : 0,81 
Johannisbeeren, schwarz  3,19  2,40  1 : 0.75 
Johannisbeeren, weiß  3,00  3,10  1 : 1,03 
Kaki  8,00  7,00  1 : 0,88 
Kaktusbirne (Kaktusfeige)  0,60  6,50  1 : 10,9 
Kirsche, Sauer-  4,28  5,18  1 : 1,21 
Kirsche, Süß-  6,32  7,13  1 : 1,33 
Kiwi  4,60 

4,32 

1 : 0,94 
Litschi  3,20  5,00  1 : 1,56 
Mandarine  1,30  1,70  1 : 1,31 
Mango  2,60  0,85  1 : 0,33 
Nektarine  1,79  1,79  1 : 1,00 
Mirabelle  4,30  5,10  1 : 1,19 
Orange (Apfelsine)  2,58  2,29  1 : 0,89 
Papaya  3,50  3,60  1 : 1,03 
Passionsfrucht  2,81  3,64  1 : 1,30 
Pfirsich (0,89 g Sorbit)  1,23  1,04  1 : 0,84 
Pflaumen (1,41 g Sorbit)  2,01  3,36  1 : 1,67 
Physalis (Kapstachelbeeren)  4,66  4,66  1 : 1,00 
Quitte  4,26  2,67  1 : 0,62 
Wassermelone  3,92  2,02  1 : 0,52 
Weintrauben (0,2 g Sorbit)  7,34  7,36  1 : 1,00 
Zitrone  1,35  1,40  1 : 1,04 
Zwetschge  2,00  4,30  1 : 2,15 

Diese Broschüre entstand mit freundlicher Unterstützung von:

  • Doris Fritzsche, Dipl.-Oecotrophologin www.contura-gesundheit.de
 

Bücher, die weiterhelfen:

  • Doris Fritzsche: Fruktose-Unverträglichkeit

          Gräfe und Unzer Verlag, München

  • Doris Fritzsche: Nahrungsmittel-Intoleranzen

          Gräfe und Unzer Verlag, München

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